Argyris und Schön (1996) führen zur Unterscheidung des Lernens in Organisationen drei Lernformen ein.
Das single-loop-Lernen oder inkrementelle Lernen ist ein Vorgang, bei welchem innerhalb der vorgegebenen Organisationsstruktur ein Anpassungslernen vollzogen und bestehende Problemlösungen optimiert werden.
„Learning also occurs when actors
detect and correct mismatches or errors. Single-loop learning occurs when
the mismatch is corrected by changing the actions.”
(Argyris, 1996, S. 79).
Ein Error ist hierbei als eine Abweichung zwischen den aktuellen Handlungs-ergebnissen und den diesbezüglichen Erwartungen zu verstehen.
Im Prozess des double-loop-Lernens oder instrumentellen Lernens werden individuelle und organisationale Verhaltensmuster, Normen und Annahmen durch die Organisationsmitglieder kritisch reflektiert und gegebenenfalls verändert.
Als oberste Ebene des Lernens bezeichneten Argyris und Schön (1996) das deutero-Lernen (Prozesslernen, Lernen zu lernen). Bei diesem ursprünglich durch Bateson (vgl. Bateson 1983, S. 219ff., zum Begriff Lernen durch doppelte Reflexion) geprägten Lernbegriff wird die Verbesserung der Lernfähigkeit einer Organisation selbst zum Gegenstand des Lernprozesses.
Durch Reflexion und Analyse der Organisation und ihrer Lernprozesse durch sich selbst soll die Lernfähigkeit langfristig verbessert werden. Es soll eine Lernkultur etabliert werden, die der Organisation die Fähigkeit zur kontinuierlichen Veränderung verleiht. Lernen wird somit auch zu einem ständigen Prozess der Überprüfung und Verbesserung der theories-in-use.