In diesem seit den 40er und 50er Jahren vertretenden Ansatz werden Organisationen analog zu Individuen anhand der ihnen zugrunde liegenden Informations-verarbeitungsprozesse betrachtet.
Einer der bekanntesten diesbezüglichen Ansätze ist the decision making approach von Herbert Simon (1976). Simon (1976) widmete sich in seinen Forschungen u.a. der Untersuchung der Parallelen zwischen der menschlichen und der organisationalen Informationsverarbeitung. Gemeinsamkeiten sah der Autor hierbei bestätigt in der Struktur der zu lösenden Probleme und der zur Verfügung stehenden Mechanismen zur Bewältigung dieser.
Hinsichtlich der menschlichen Informationsverarbeitung argumentierte
Simon (1976), Individuen besitzen nur eine beschränkte Entscheidungskapazität
(bounded rationality), d.h. keine vollständige Information über
alle Handlungsalternativen und ihre (zukünftigen) Folgen.
Entgegen der Annahme des Homo-oeconomicus-Menschenbildes (zur Limitation
des Konzeptes vgl. Etzioni, 1999) maximieren Individuen folglich ihren Informationsbestand
nicht, sondern suchen nach befriedigenden Lösungen (satisficing). Zu
diesem Zweck wird ein stufenweiser Entscheidungsprozess vollzogen, bei dem
nur eine begrenzte Anzahl von Optionen simultan abgewogen werden.
„This theory of decision making leads the science to understand organization as institutionalised brains that fragment, routinize, and bound the decision making process in order to make it manageable. Individuals or members of an organization were seen as agents that are acquiring, interpreting, distributing, and storing the necessary information and accomplish the changes and improvements within the organization.” (Wilpert et al., 2003, S. 6).
Basierend auf diesen Erkenntnissen folgerte Simon, dass Organisationen
niemals vollkommen rational handeln könnten, wenn die Organisationsmitglieder
selbst nur über limitierte Informationsverarbeitungsprozesse verfügen.
Beruhend auf der Annahme einer nahezu analogen Informationsverarbeitung
von Menschen wie Organisationen, kann überdies auf eine analoge Fähigkeit
der Organisationen zum Lernen geschlossen werden. Diese erfolgt abhängig
von den Organisationsmitgliedern.