Im Rahmen der Modellentwicklung wurden acht strukturelle Aspekte des organisationalen Lernens in einem Regelkreis definiert.
Die zentralen Merkmale des organisationalen Lernens sind hierbei als verschiedene sich überlappende Schritte innerhalb der Organisationsstrukturen zu verstehen (Wilpert et al., 2003, S. 13 [Übers. d. Autorin]).
(1) Die systematische Sammlung von Erfahrung durch Ereignisanalysen
und durch die
Analyse
von Praktiken in und außerhalb der Organisationen. Dies umfasst die
Analyse
von Ereignissen und Beinaheereignissen, Störungen und freiwilligen
Meldungen
hinsichtlich ihrer Relevanz für die Systemsicherheit (hierbei sollten
prospektive
sowie retrospektive Verfahren herangezogen werden).
(2) Die Entwicklung einer Datenbasis, die das Lernen aus Erfahrung erleichtert.
(3) Eine Zentraleinheit (Gehirn), die die gesammelten Informationen verarbeiten kann.
(4) Eine Einheit der Entscheidung (z.B. höheres Management),
die die Analysen der
Zentraleinheit
bewertet und Optimierungsmaßnahmen vorschlägt.
(5) Ein Feedbacksystem, das die Entscheidungen an relevante
Gruppen innerhalb und
außerhalb
der Organisation zurückmeldet, die in der Lage sind, die getroffenen
Entscheidungen
auszuführen.
(6) Die Implementierung der Optimierungsmaßnahmen.
(7) Der Einsatz von Verfahren zur Evaluation der umgesetzten Maßnahmen.
(8) Ein Feedbacksystem, das zu Schritt 1 zurückführt.
Der erläuterte Regelkreis des organisationalen Lernens ist als normatives Modell zu verstehen. Die Autoren legen sich in der Definition der strukturellen Merkmale des Modells nicht auf bestimmte Anwendungsbereiche fest.
Hervorgehoben wird hingegen dessen Allgemeingültigkeit und die Anwendbarkeit auf verschiedenste Prozesse und Strukturen einer Organisation, so z.B. auf die vertiefende Ereignisanalyse mit SOL-VE.
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